« Zurück zur Übersicht

Großbaustelle Gesundheit!

Die Aufgaben der momentanen Landesregierung enden bekanntlich mit der Angelobung der neuen.

Unbeeindruckt von einer eventuellen Abwahl, verkündet jedoch die alte was nach der Landtagswahl 2015 alles sein werde, als gäbe es dazwischen keinen Volksentscheid.

Natürlich fallen mir in diesem Zusammenhang besonders Gesundheitsthemen auf, sind diese doch mein Fachgebiet. So spricht etwa Landesrat Rezar in einer Pressekonferenz Anfang Mai von vermehrten Ambulanzzeiten an burgenländischen Spitälern. Als zuständiger NEOS möchte ich den Herrn LR an den auch im Burgenland geltenden Österreichischen Strukturplan Gesundheit erinnern. Darin wurde die Umstellung des Gesundheitssystems hin zum viel günstigeren System der Primären Gesundheitszentren gesetzlich festgeschrieben. Die Ausdehnung der Ambulanzzeiten ist genau das Gegenteil dieser Vorgabe. Es wird Zeit dass die Finanzierung des Gesundheistsystems aus einer Hand gedacht wird. Der Ansatz von Herrn LR Rezar ist jedenfalls nicht den sinnvollen Überlegungen der Gesundheitsministerin entsprechend. Na ja, vielleicht kommt ja die Erkenntnis durch die Wahl.

Ein weiteres Thema bei dem erwähnten Pressetermin dürfte der Wunsch nach einer Aussetzung der Quote für EU Studenten an Medizinuiversitäten gewesen sein. Sehr geehrter Herr Landesrat, diese Maßnahme hätte frühestens in 10 Jahren eine Auswirkung auf die Verfügbarkeit von Ärztinnen und Ärzten, solange dauert die Ausbildung dieser Spezialisten nämlich. Dazu eine Anregung: Solange das Land Burgenland sich nicht einmal dafür interessiert, was denn ihre jungen Bürger in Wien, Graz und ganz Europa studieren, würde ich mich mal auf dieses Dunkelfeld konzentrieren.

Dann war da noch der Wunsch nach vermehrten Operationszeiten in den Krankenhäusern, neben mehr Ambulanzzeiten, irgendwie mit einem gleichbleibenden Personalstand arbeitsrechtlich nicht machbar. Doch viel wichtig als diesen Widerspruch zu beleuchten wäre, dass einmal die Operationsergebnisse von einer unabhänigen Stelle bewertet werden und Therapiefehler in burgenländischen Krankenhäusern klar als solche angesprochen werden. Denn ein Spital lebt von seinem Ruf, nicht nur von der Verfügbarkeit an Operateuren, die ständige Verbesserung ist unser aller Ziel in der Medizin. Es gilt, wie auch sonst im freien Gesundheitswesen: es sollten die besten TherapeutInnen und Operateure in den Krankenhäusern arbeiten (nicht die mit dem passensten Parteibüchern).

Jeder und jedem von uns, die wir auch Patienten sind, muss bewusst sein:
Ärzte sind einer der letzten Freien Berufe Österreichs.
Diese Menschen können etwas das wir alle benötigen wenn wir ihre Hilfe bedürfen.
Was sie vor Ort als Allgemeinmediziner oder Fachärzte hält ist Wertschätzung, unsere Wertschätzung.
Diese Wertschätzung vermissen sie im Moment im Burgenland von offzieller Seite.

NEOS ist bereit hier Verantwortung zu übernehmen, zum Wohle der Patientinnen und Patienten in diesem Land.

Die aktuelle Landesregierung wäre gut beraten die Gesprächsbasis mit den  im Burgenland tätigen Ärzt_innen nicht ganz zu zerstören. Es sei denn, selbst sie wünscht sich etwas NEOS nach der Wahl 🙂

Hannes Würkner, Gesundheitssprecher NEOS Burgenland