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NEOS wollen Zahlen vom Wasserleitungsverband: Trinkwassermangel im Burgenland?

15.03.2018 Anna Palkovits

In den letzten Wochen erhielten die 66 Gemeinden, die Mitglieder des Wasserleitungsverbands Nord sind, einen Brief: ein Wasserwerk in Kittsee soll gebaut werden. Auch mehrere Brunnen sind geplant.

Die Gemeinden sollen nun „Zweckzuschüsse“ überweisen.

Mit Dringlichkeit muss das Projekt umgesetzt werden, um die Versorgung mit Trinkwasser zu gewährleisten, wurde den Gemeinden mitgeteilt. Bis Ende März sollen die Zustimmungserklärungen übermittelt werden.

Der Betrag, den die jeweilige Gemeinde zahlen soll, ergibt sich aufgrund der Gemeindegröße: eine Förderung von 25% der Kosten wird in dem Zug gleich mitbeantragt. Diese wird über den Topf des Investitionsprogramms des Bundesministeriums für Finanzen gedeckt werden.

2014 wurde das Projekt „Aqua Burgenland Sopron“ gestartet, um die Wasserversorgung auch für die Zukunft garantieren zu können (auch nachzulesen auf http://burgenland.orf.at/news/stories/2677751/). Für 17 Millionen Euro sollten rund 30.000 Menschen mehr durch diese Investition versorgt werden können.

„Durch die erfolgten Ausbauarbeiten wurden die Kapazitäten der Wasserversorgung im Bereich des nördlichen Burgenlandes maßgeblich erweitert und alle betroffenen Anlagen auf den neuesten technischen Stand gebracht, um für die nächsten Jahrzehnte gerüstet zu sein.“, las man von WLV-Obmann Bürgermeister Ing. Gerhard Zapfl. (https://www.meinbezirk.at/mattersburg/lokales/wlv-eroeffnet-ersten-bauabschnitt-aqua-burgenland-sopron-d2251002.html)

Die Geschichte geht 2016 weiter: in Summe werden bis zum Jahr 2021 in das Projekt Aqua Burgenland Sopron von österreichischer und ungarischer Seite 100 Millionen Euro investiert. Die 66 Mitgliedsgemeinden werden über ein 2.800 kilometerlanges Leitungsnetz versorgt. (http://burgenland.orf.at/news/stories/2866337/)

Und 2017 ist die Trinkwasserversorgung auf Jahre gesichert. (http://ccm-tv.at/2017/09/16/aqua-burgenland-sopron-erster-bauabschnitt-fertiggestellt/)

Nun haben wir 2018 und es herrscht plötzlich dringender Handlungsbedarf, um die Trinkwasserversorgung zu garantieren. Wie ist es anders erklärbar, dass im Februar 2018 in einem Schreiben an die Gemeinden Förderungen zugestimmt werden soll, damit jetzt mit Brunnenbauten begonnen werden kann, um – wie zu lesen ist – die „touristische Entwicklung zu sichern.“

Da stellt sich die Frage: Wer braucht dieses Wasser? Oder auch: Wieviel Wasser brauchen wir nun wirklich mehr, ab wann und warum? Oder liegt es doch eher um den erhöhten Bedarf von Agrar- und Industriebetrieben, die Mehrbedarf haben, wie man zwischen den Zeilen heraushört.

 

 

Für NEOS Landessprecher-Stellvertreter Thomas Aufmesser ist die Vorgangsweise des WLVs untragbar: transparente und ehrliche Kommunikation ist erforderlich. „Der Wasserleitungsverband ist ohne oppositionelle Kontrolle und nur der Landesregierung unterstellt. Weiß der Steuerzahler Bescheid, dass er dieses Projekt maßgeblich mitfinanziert? Wo kann man sich über die Hintergründe informieren? Wie ist der Plan für die nächsten Jahre?

 

Wir erachten hier weitere Informationen für uns Burgenländerinnen und Burgenländer als dringend notwendig, vor allem, wenn wir wirklich ein Trinkwasserproblem haben sollten: Wir wollen Zahlen und Planungsdaten offengelegt bekommen.“

 

Hier finden Sie die bisherigen Daten des WLV: http://www.wasserleitungsverband.at/uploads/tx_mddownloadbox/Kennzahlen_per_20180101.pdf