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Wer will schon mit Kindern in einem Ort wohnen in dem es keine Schule gibt?

Ist es wirklich zielführend Kinder über viele Kilometer in eine große Schule zu führen und kleine so bald möglich zu schließen? – Es geht um die beste Schule für das Kind, egal ob diese groß oder klein ist, meint NEOS!

 

 

Ein Plädoyer gegen Schulschließungen!

Was sich im März jedes Jahres bei den Schuleinschreibungen abzeichnet, wird Ende Juni jährlich zur bitteren Gewissheit, das Land sperrt zu Ferienbeginn wieder einmal Kleinschulen zu. Doch was bedeutet dies für jene Ortsteile, Dörfer, Regionen die dies trifft.

Erst mal eine drohende Überalterung durch die Nichtansiedelung junger Familien. Wer will mit Kindern in einen Ort ziehen in dem keine Schule besteht. Wenn man schon auswärts arbeiten muss zieht man dann noch leichter gleich dort hin. Aus dem der Schulbus über eine Stunde vor Schulbeginn die Kinder abholt. Wo das Pendeln über zig Kilometer bereits mit sechs Jahren beginnt. Auch pendeln ist Lebenszeit, doch Lebensqualität schaut anders aus. Wollen wir diese Situation wirklich flächendeckend für unser Burgenland?

Diese Schließungen sind ein Verlust an pädagogischer Vielfalt in der heimischen Schullandschaft. Kleinschulen zeichnen sich aus durch ihren viel persönlicheren Unterricht, das Lernen voneinander in Mehrstufenklassen, das leichtere Überspringen von Schulstufen, das Auffrischen von Vergessenem mit den nachkommenden Jüngeren, eine viel spezifischere Leistungsförderung und vielerorts durch vermehrte Verantwortungsübernahme durch die Kinder für MitschülerInnen oder Hausdienste.

Es stellt auch einen Verlust für das Dorfleben, die Dorfgemeinschaft dar. Für die Senioren fehlen die jährlich von der Schule gestalteten Feste, wie Fasching oder traditionelle auch oft religiöse Feste. Es geht ein gemeinsamer „geschichtsträchtiger“ Ort der bis dahin Generationen verbunden hat verloren.

10 Kinder sind jene Grenze, unter der Kleinschulen laut burgenländischer Landesgesetzgebung geschlossen werden. Doch was, wenn ein Schulstandort durch Siedlungsbau und Familienzuzug nur vorübergehend unter diese magische Grenze fällt. Die Erfahrung zeigt, eine einmal geschlossene Kleinschule sperrt nie wieder auf. Große Einheiten sind für die Behörden leichter steuerbar, alles größer, alles schneller, wie überall, lautet wohl die Devise.

 

Was könnte man dagegen tun?

Was geschieht, wenn eine Gemeinde, ein Ortsteil, ein Dorf bereit wäre aus der Gemeinschaft heraus ihre Schule zu erhalten. Da und dort bilden sich aus dem Kreis der Eltern bereits engagierte Gruppen die für ihre kleine Schule aktiv werden. Ein Beispiel stellt die Facebook Initiative „Lasst die Schule im Dorf“ aus Jennersdorf dar.

Vielerorts gründen sich immer mehr kleine, privat organisierte Statutschulen. Vielleicht ist das der zukünftige Weg auch für bis dahin öffentliche Kleinschulen. Warum sollten nicht Dorfgemeinschaften wieder eine eigene Schule für ihre Kinder gründen oder vor der Auflassung stehende übernehmen. Entschleunigen, bewusster leben, Heimatverbundenheit vermitteln, wohlfühlen und lernen wo man wohnt – kein Pendeln von Kindesbeinen an!

Man denke auch an verringerte Schulbussfahrten, einen Fußweg zur Schule als Teil der täglichen Bewegung, den direkteren Kontakt zwischen Eltern und Lehrpersonen, den persönlichen Draht der Direktion zum Bürgermeister / Ortsvorsteher der ja selbst mal in dieser – seiner/ihrer – Schule war.

Für alle diese Gedanken braucht es allerdings die politische Bereitschaft zu einer Änderung des aktuellen Finanzierungssystems von öffentlichen Schulen. Weg von fixen Geldzuweisungen vom Bund an die Länder je Kind zur Bezahlung der LandeslehrerInnen, hin zu einer Finanzierung des Schulplatzes pro Kind. Jedes Kind erhält den Anteil den es dem Staat pro Schuljahr kostet gleichsam als Scheck und sucht sich damit seine Schule aus. (Subjekt statt Objektfinanzierung heißt das.) Der Schulträger stellt mit dem Geld die Lehrpersonen an und kann vorübergehend auch Budgetmittel ergänzen. Dies würde ermöglichen, dass Kleinschulen bestehen bleiben und das Südburgenland nicht weiter ausdünnt.

Die Grundlage für diesen Finanzierungsansatz bietet das Bildungskonzept der NEOS. Denn letztlich geht es nicht darum große, leicht verwalt- und steuerbare Schulen zu schaffen, es geht darum Kinder – und nur um diese geht es bei der Aufgabenstellung einer „Schule“ – bestmöglich auf ihrem ersten Bildungsweg, von der Erlernung der Kulturtechniken bis zur Heranführen an weiterführende Bildungswege, zu begleiten. Die Entscheidung ob dies in großen zentralen Schulen oder wohnortnahe in kleinen erfolgt ist Aufgabe der Eltern.

 

Rückfragehinweis: Hannes Würkner, +43 664 3903076