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Doskozils 5-Spitäler-Garantie: Viele Versprechen, keine Beweise

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Christoph Lach, Landessprecher NEOS Burgenland

Hans Peter Doskozil kennt in der Gesundheitspolitik offenbar nur eine Wahrheit: seine eigene.

Wer Reformen fordert, wird zum Gegner der Gesundheitsversorgung erklärt. Wer nach den Entscheidungsgrundlagen fragt, bekommt keine Antworten. Und wer – so wie wir NEOS Burgenland – Transparenz einfordert, muss dafür sogar vor Gericht ziehen.

Dabei trägt die Bundesregierung mit SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler, SPÖ-Sozialministerin Korinna Schumann und SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer die Gesundheitsreform mit. Ausgerechnet SPÖ-Landeshauptmann Doskozil stellt sich dagegen – und verkauft seine 5-Spitäler-Garantie als alternativlose Rettung der burgenländischen Gesundheitsversorgung.

Nur: Wo ist der Beweis?

Auf welches Gutachten stützt Doskozil diese Behauptung? Wo steht, dass das Burgenland genau fünf Spitäler braucht? Wo steht, dass ohne diese Garantie die Gesundheitsversorgung zusammenbricht – oder auch nur schlechter wird?

Im EPIG-Gutachten? Im „Masterplan Burgenlands Spitäler“?

Bei beiden verweigert Doskozils Landesregierung die Veröffentlichung.

Solange diese Grundlagen geheim bleiben, ist die 5-Spitäler-Garantie kein evidenzbasierter Gesundheitsplan, sondern ein sozial-populistisches Versprechen: teuer, intransparent und ohne belegten Nutzen für die Gesundheitsversorgung der Burgenländerinnen und Burgenländer.

Das Problem ist nicht, dass Doskozil eine Meinung zur Spitalsstruktur hat. Das Problem ist, dass er sie als unumstößliche Wahrheit verkauft, ohne die fachlichen Grundlagen offenzulegen. Wer Milliardenentscheidungen trifft, wer Standorte, Personal, Infrastruktur und die Zukunft der Gesundheitsversorgung auf Jahrzehnte prägt, muss mehr liefern als politische Parolen. Er muss zeigen, worauf seine Entscheidung beruht. Genau diese Transparenz verweigert die Landesregierung.

In vielen Gesprächen mit führenden und leitenden Ärztinnen und Ärzten – aus burgenländischen Spitälern ebenso wie aus dem niedergelassenen Bereich – höre ich immer wieder dasselbe: Wir müssen Spitalsaufenthalte reduzieren, wo sie medizinisch nicht notwendig sind. Das Burgenland braucht mehr starke niedergelassene Versorgung, mehr Ärztinnen und Ärzte, die direkt in Alten- und Pflegeheimen tätig sind, und mehr Primärversorgungseinheiten, also PVE. Dort arbeiten Ärztinnen, Ärzte, Pflege und weitere Gesundheits- und Sozialberufe im Team zusammen – näher bei den Menschen, schneller erreichbar und oft deutlich effizienter als der Weg über ein Spitalsbett.

Doskozil suggeriert mit seiner Spitalsgarantie eine einfache Sicherheit: Wenn irgendwo ein Spital steht, sei die Notfallversorgung automatisch besser. Aber moderne Medizin funktioniert anders. Im Ernstfall zählt nicht die politisch gewollte Zahl der Standorte, sondern die Qualität der Rettungskette, die richtige Ersteinschätzung, verfügbares Personal, eingespielte Abläufe und die passende Spezialisierung. Wer einen schweren Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder einen hochspezialisierten Eingriff braucht, braucht nicht irgendein nahes Gebäude mit Spitalsschild, sondern rasch den richtigen Behandlungsort.

Nähe ist wichtig – aber Nähe allein ist noch keine Versorgung. Für echte Versorgung braucht das Burgenland wohnortnahe, gut organisierte Anlaufstellen mit ambulanter Erstversorgung, kurzer Beobachtungsmöglichkeit, klarer Triage und enger Anbindung an spezialisierte Spitäler, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegeangebote zu Hause oder im Heim. So könnten Menschen rasch angeschaut, versorgt und dorthin weitergeleitet werden, wo sie medizinisch wirklich richtig sind – oder gut betreut wieder nach Hause beziehungsweise in die Pflege entlassen werden.

Das wäre effizient. Das wäre nah an den Patientinnen und Patienten. Und das wäre Gesundheitsversorgung, die vom tatsächlichen Bedarf der Menschen ausgeht.

Gute Gesundheitsversorgung ist keine Frage der bloßen Anzahl von Spitälern. Sie ist vor allem eine Frage guter Organisation, sauberer Planung, kluger Kooperation mit dem Bund und den anderen Bundesländern – und des richtigen Einsatzes von Personal, Geld und Infrastruktur.

Wir Burgenländerinnen und Burgenländer haben ein Recht auf die beste medizinische Versorgung – nicht auf politische Spitalsromantik. Wir brauchen keine teuren Prestigeprojekte, die am Ende vor allem Beton, Betriebskosten und Schulden produzieren – und wie das KH Gols ein Naturschutzgebiet verwüsten. 
Wir brauch ein System, das rasch hilft, richtig steuert und dort spezialisiert behandelt, wo die Qualität am höchsten ist.

NEOS steht für ein österreichweites Gesundheitssystem mit einem starken Burgenland, das nachhaltig finanziert ist und Höchstleistung erbringt.
Wir wollen keine Gesundheitsversorgung nach Bauchgefühl, Machtpolitik und Wahlkampfkalender.

Wir setzen uns für ein Gesundheitssystem ein, das Patientinnen und Patienten schneller, besser und verlässlicher versorgt: mit starken Schwerpunkten, klarer Aufgabenverteilung, moderner Medizin, guter Erreichbarkeit und echter Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.

Wenn Doskozil Transparenz verhindert, schützt er nicht die Gesundheitsversorgung. Er schützt nur sein eigenes politisches Märchen.

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