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Asbest: die Fakten sind da - jetzt muss das Land endlich Farbe bekennen und handeln
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Christoph Lach, Landessprecher NEOS Burgenland
Die Diskussion war intensiv, emotional und vor allem aufschlussreich. Mein Eindruck vor Ort: Viele Menschen beschäftigt nicht nur die Frage nach möglichen Gesundheitsrisiken. Ebenso groß ist der Wunsch nach Klarheit darüber, wie es mit den seit Monaten gesperrten Steinbrüchen weitergeht.
Besonders bedanken möchte ich mich bei DI Michael Kochberger für das ausführliche Gespräch und die fundierten Einblicke in Messmethodik, Grenzwertfragen sowie die technischen und rechtlichen Herausforderungen beim Umgang mit natürlich vorkommendem Asbest.
Was ich aus diesen Gesprächen mitnehme: Auf fachlicher Ebene wird mit großem Ernst und hohem Einsatz daran gearbeitet, belastbare wissenschaftliche Grundlagen und rechtssichere Rahmenbedingungen zu schaffen.
Umso schwerer nachvollziehbar ist die Kommunikation des Landes.
Im Februar erklärte das Land noch ausdrücklich, die Messungen könnten „erst nach messtechnischer Abbildung eines Jahresverlaufs“ vollständig beendet werden. Wenige Tage später wurde nochmals festgehalten, dass Messungen über einen längeren Zeitraum notwendig seien. Heute erklärt das Land die Messungen der Taskforce für abgeschlossen.
Das kann fachlich begründbar sein. Aber dann muss das Land erklären, was sich geändert hat und warum.
Genau das ist der entscheidende Punkt: Man kann nicht zuerst öffentlich einen Jahresverlauf als Voraussetzung für den Abschluss der Messungen nennen und wenige Monate später den Abschluss verkünden, ohne diesen Kurswechsel nachvollziehbar zu begründen.
So erzeugt man keine Klarheit, sondern zusätzliche Unsicherheit.
Und noch problematischer: Eine widersprüchliche Kommunikation des Landes riskiert auch das Vertrauen in jene Wissenschaftler und Experten, die mit enormem Einsatz versuchen, dieses komplexe Thema fachlich sauber zu lösen. Nach meinen Gesprächen in Großpetersdorf habe ich großen Respekt vor dieser Arbeit. Diese Fachleute sollten nicht die Folgen einer Kommunikation tragen müssen, die zentrale Änderungen nicht nachvollziehbar erklärt.
Das Land ist hier in der Verantwortung. Wenn sich die wissenschaftliche Grundlage geändert hat, dann gehört diese Änderung offen auf den Tisch. Wenn sie sich nicht geändert hat, muss erklärt werden, warum vom ursprünglich angekündigten Vorgehen abgewichen wurde.
Bei einem Gesundheitsthema wie Asbest darf Transparenz keine Frage der jeweiligen Kommunikationslage sein.
Mein Eindruck aus Großpetersdorf: hohe fachliche Kompetenz, ernsthafte Arbeit und viele wichtige Erkenntnisse. Genau deshalb erwarte ich mir auch von der öffentlichen Kommunikation denselben professionellen Anspruch.
Vertrauen entsteht durch nachvollziehbare Entscheidungen – nicht dadurch, dass unbequeme Widersprüche unerklärt bleiben.
QUELLE: https://on.orf.at/video/14340752/ein-ort-am-wort-diskussion-ueber-asbest-wie-gross-ist-die-gefahr